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Weit über die Landesgrenzen
hinaus bekannt ist das alte Schifferstadter
Rathaus, das dieses Jahr sein 450 jähriges
Bestehen feiert. Es ist eines der wenigen
Rathäuser in der Pfalz , das den 30 jährigen
Krieg überstanden hat. Erste Erwähnung 1501 als
„Spilhus“ – Gerichtshaus, 1552
während der Belagerung durch
den
Markgrafen Alkibiades von
Brandenburg-Kulmbach zerstört. Wiedererbaut 1558 von Fürstbischof
Rudolf von
Frankenstein in zentraler Lage als Verwaltungs-
und Gerichtsgebäude. Nach dem Brand 1680 wurde
es 1685 mit reichem Fachwerk wieder errichtet.
Der Fauth als Vertreter des Bischofs,
Schultheiße und Schöffen, Dorfmeister, Büttel
und Gemeindediener walteten über Jahrhunderte
dort ihres Amtes. Im 18. und 19. Jh. diente das
Gebäude zeitweise als Unterkunft für
Schulklassen. Anfang des 20. Jh. war die
Gemeindekasse darin untergebracht. 1936 wurde
das Obergeschoß dem Verein für Heimatpflege zur
Verfügung gestellt. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges mussten die Räume für
kriegsbedingte Behörden und Ämter wieder geräumt
werden, wie Winterhilfsdienst, Ernährungsamt und
Wirtschaftsamt. Danach war es Sitz der Polizei
Schifferstadt, dem Lebensmittelamt und der
Verwaltung der Gasversorgung. 1956 wurde in den
oberen Räumen das Heimatmuseum eingerichtet.
1975 - 1981 wurde das Rathaus komplett renoviert. Es
steht heute für repräsentative Zwecke zur
Verfügung.
Am Rathaus selbst findet man einige
Sehenswürdigkeiten, der alte
Pranger-stein,
daneben die
Betzekammer mit massiver Tür, sie
diente als Verließ für Verbrecher vor ihrer
Bestrafung. An der Ostseite das
Wappen des
Erbauers, des Fürstbischofs
Rudolf von
Frankenstein Bistums Speyer,
der Probstei Weißenburg und das Wappen derer von
Frankenstein. Die
Bronzetafel
am Treppenaufgang
zeigt in der „Eidestafel“ den Bürgereid, den um
1650 alle Neubürger leisen mussten. |