Stadtplan

 

Basisdaten:
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Verbandsfreie Stadt
Geografische Lage: 49° 23' n. B.8° 22' ö. L.
Höhe: 93 – 103 m ü.
NN Fläche: 28,04 km²
-  bebaute Fläche: 6,73 km²
-  Feld und sonstige Flächen: 12,53 km²
-  Wald: 8,78 km²
Einwohner: 19.519 (Dez.2007)
Bevölkerungsdichte: 690 Einwohner/km²
Postleitzahl: 67105
Vorwahl: 06235 Kfz-Kennzeichen: RP
Amtlicher Gemeindeschlüssel: 07 3 38 025
Stadtverwaltung: Marktplatz 2, 67105 Schifferstadt
Website: www.schifferstadt.de
eMail: stadtverwaltung@schifferstadt.de
 

Klima und Lage

 

Das nördliche Oberrhein-Tiefland, zu dem die Stadt Schifferstadt gehört, steht unter dem Einfluss des in Westeuropa vorherrschenden ozeanischen Klimas. Es zählt zu den wärmsten, aber auch zu den trockensten Gebieten Deutschlands.
Dank des frühen Frühlingseinzugs im Oberrheingraben besteht eine lange Vegetationszeit. Die Lufttemperatur beträgt von Mai bis September durch­schnittlich 16° C. Die Niederschläge verteilen sich relativ gleichmäßig über das ganze Jahr.
Kennzeichnend für das Landschaftsbild sind Waldflächen im Süden und Westen, Äcker und Wiesen in den Rheinniederungen     sowie Altrheine und Baggerseen.

 

Schifferstadt liegt am Rande des Rhein-Neckar-Raumes, nicht weit von interessanten Ausflugszielen. Die Voraussetzungen sind ideal, um Kultur, Sehenswürdigkeiten und Erholung miteinander zu verbinden. Das in unmittelbarer Nähe zum Städtedreieck Ludwigshafen-Mannheim-Heidelberg gelegene Schifferstadt ist in ein hervorragend ausgebautes Verkehrsnetz Straße/Schiene mit direktem Anschluss an die Autobahn eingebettet.

 

Geschichte

 

Schifferstadt ist etwa im 6. Jahrhundert n. Chr. aus einer Siedlung entstanden, die einst ein merowingisch-fränkischer Königshof war und wahrscheinlich im Gebiet des Jagdhofes (Ecke Iggelheimer Straße/Burgstraße) lag. Zum ersten Mal erscheint der Name „Sciffestad“ im Jahr 868 in einer Urkunde des Königs Ludwig des Deutschen.

Schifferstadt war im 10. und 11. Jahrhundert salischer Besitz und gehörte zur Gaugrafenschaft Speyer. Im Jahr 977 schenkte der Salier-Herzog Otto von Kärnthen, genannt „von Worms“, dem von ihm gegründeten Kloster Lambrecht einen Hof in Schifferstadt, dazu den neunten Teil aller Erträgnisse und Nutzungen seiner Güter in Schifferstadt. Um das Jahr 985 übertrug Herzog Otto seiner Gemeinde - wohl als Dank und Anerkennung für vielfache treue Dienste - einen 4.000 Morgen großen Wald im „Rechholz“. Bei der Teilung der Gaugrafenschaften im Jahr 990 kamen die salischen Besitztümer, darunter auch das Dorf Schifferstadt mit dem „Palatium“, an seine Söhne Heinrich und Konrad. Heinrichs Sohn, der spätere Kaiser Konrad II., schenkte beides 1017 seiner Gemahlin als Ehegut. 1035 schenkten Kaiser Konrad II. und Kaiserin Gisela das Dorf Schifferstadt mit allem Zubehör der von ihnen gegründeten Benediktinerabtei Limburg bei Bad Dürkheim. Dadurch wurde Schifferstadt aus dem Verband der Gaugrafenschaft Speyer gelöst. Orts-, Gerichts- und Grundherr war nun der Abt von Limburg. 30 Jahre unterstand das Dorf der Abtei Limburg. 1065 ging die Abtei mit allen Besitzungen in das Eigentum des Hochstiftes Speyer über, dem es bis zum Jahre 1797 gehörte. Orts-, Gerichts- und Landesherr war nunmehr der jeweilige Fürstbischof von Speyer. Mit der Übergabe an das Hochstift war aber der Abt von Limburg nicht vollständig ausgeschaltet. Er nahm nach überliefertem Recht gemeinsam mit dem Bischof teil an der Rechtsprechung und zu einem Drittel teil an „Bußen“ (Strafgeldern). Der Abt hatte ferner für Groß-Schifferstadt den Schultheißen und den Büttel zu „setzen“ und zwei Schöffen vom Gericht in Klein-Schifferstadt an das Gericht von Groß-Schifferstadt abzuordnen. Klein-Schifferstadt (die heutige Langgasse) oder das „Dorf auf der Wiesen“, wie es in einer Urkunde genannt wird, hatte seine eigene Geschichte. Es gehörte zur Kurpfalz, seine Bewohner waren evangelisch - im Gegensatz zum katholischen Hochstift. Durch einen Staatsvertrag zwischen der Kurpfalz und dem Hochstift Speyer wurden die beiden Gemeinden 1709 vereinigt. Vielfache Kriegswirren, besonders in den Jahren 1522, im Dreißigjährigen Krieg, in der Zeit von 1672 - 1748, in den französischen Revolutionskriegen, warfen die Gemeinde Schifferstadt immer wieder in der Entwicklung zurück. Als Relikte des früheren Dorfes Schifferstadt sind noch einige Straßenzüge mit einfachen, typischen Fachwerkhäusern (Ludwigstraße, Burgstraße) zu finden. Im gut gestalteten Kern der Gemeinde steht das alte Rathaus, ein schmucker Fachwerkbau aus dem Jahr 1558 gegenüber der Jakobuskirche (1616). Im 19. Jahrhundert begann eine Zeit friedlicher und ungestörter Entwicklung. Die Einwohner konnten sich von den Leiden und Verlusten der Kriegszeit langsam erholen und wieder aufbauen, was zerstört worden war. Das wirtschaftliche Leben der Gemeinde war wenig entwickelt. Es wurde hauptsächlich durch die Landwirtschaft und durch das für sie arbeitende Handwerk geprägt. Industrie fehlte ganz. Der einzige größere Gewerbebetrieb war bis 1844 eine Bierbrauerei. Der Bau der ersten pfälzischen Eisenbahn (1845 - 1847) und die Gründung der BASF (1865) hatten zur Folge, dass die Bevölkerung stark anwuchs, und dass aus der ehemaligen Bauerngemeinde durch das Angebot neuer Arbeitsplätze eine reine Arbeiterwohngemeinde wurde. Der Beginn der Industrialisierung ließ auch die Gemeinde Schifferstadt weiter wachsen. Mehrere kleine Betriebe siedelten sich an. Langsam entwickelte sich das Arbeiterdorf zur größten pfälzischen Gemeinde. Die Bevölkerungszahl stieg nach dem Zweiten Weltkrieg auf 11.500. Jetzt setzte eine in der Geschichte Schifferstadts einmalige Aufwärtsentwicklung ein. Im Süden des Orts entstand ein neuer Stadtteil. In zwei Gewerbegebieten und einem großen Industriegebiet konnten mehrere Betriebe angesiedelt werden, so dass heute - bei ca. 19.600 Einwohnern - ca. 4.000 Arbeitsplätze in Schifferstadt vorzufinden sind. Die Ansiedlung dieser Betriebe war dadurch erleichtert worden, dass die Stadt Schifferstadt in ein hervorragend ausgebautes Verkehrsnetz eingebunden ist. Landes- und Kreisstraßen, Eisenbahnknotenpunkte und nicht zuletzt die Bundesautobahn Mönchengladbach-Speyer (A 61) ermöglichen optimale Verkehrsverbindungen. Die Stadterklärung erfolgte am 01.10.1950 durch die Landesregierung Rheinland-Pfalz. Schifferstadt ist durch den Bau eines modernen Schul- und Sportzentrums mit Hallenbad und Sauna zu einem Mittelzentrum geworden. Es wird ein gut ausgebautes Schulsystem mit sämtlichen weiterführenden Schulen angeboten: - 2 Grundschulen - Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (Sonderschule) - Hauptschule - Realschule und - Gymnasium Das Schulzentrum und das große Sportzentrum bilden eine ideale Einheit. Die Lage der Stadt am Rande der Metropolregion Rhein-Neckar bietet reichhaltige Naherholungsmöglichkeiten. Dies alles ist die Grundlage für den hohen Wohnwert der Stadt Schifferstadt.

 

Der goldene Hut

     

 

Im  Jahre  1835  wurde bei Schifferstadt der Goldene Hut entdeckt. Heute wird dieses bedeutende Fundstück aus der europäischen Bronzezeit im Historischen Museum Speyer (http://www.museum.speyer.de) ausgestellt.

Der  Goldene  Hut  von  Schifferstadt  ist  ein  29,5 cm  hoher  Goldblechkegel  aus der Bronzezeit. Gefunden  wurde  er  am  29. April 1835  von  dem  Tagelöhner Jakob Geimer bei Feldarbeiten im Norden  von Schifferstadt.  Durch drei Beilklingen vom gleichen Fundort konnte der Fund auf etwa 1300 v. Chr. datiert werden.

Wegen seiner  Form  wurde  er schon bald nach seiner Entdeckung als „Goldener Hut“ bezeichnet, obwohl sein Zweck und seine Verwendung lange Zeit unbekannt war. Viele Spekulationen wurden darüber angestellt,  etwa  die  Verwendung  als  Bestandteil  von Rüstungen, als Vase, Opferschale  oder Pfahlbekrönung. Mit der Zeit kamen ähnliche Funde aus anderen Orten hinzu, inzwischen sind bereits  vier  „Goldene Hüte“  von dieser  Gestalt  bekannt.  Die  Untersuchung  dieser Objekte hat schließlich  ergeben,  dass  es  sich  tatsächlich  um  eine  Kopfbedeckung  gehandelt  haben  muss. Ursprünglich war der Hut innen gefüttert und besaß auch einen Kinnriemen.

Der  Goldene  Hut  ist  350,5 g  schwer  und mit einer Wandstärke von 0,2 bis 0,25 mm aus einem einzigen Goldbarren getrieben. Er ist mit umlaufenden Rippen und Reihen von Ornamenten verziert. Vermutlich diente er als Zeremonialhut religiösen Zwecken und wurde zur Demonstration geistlicher und weltlicher Macht getragen.

Heute ist der Goldene Hut von Schifferstadt das bedeutendste Stück der vorgeschichtlichen Sammlung im Historischen Museum von Speyer..

Weitere Infos unter:
Goldener Hut Hekoverlag
http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Lexikon/Goldkegel.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Hut_von_Schifferstadt

 

Kirchen und Kapellen

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Die  Katholische  Pfarrkirche  St. Jakobus  (Große Kirchenstraße 14)  wurde  bereits  1101  für diese Stelle erwähnt,  die  heutige  Kirche  wurde  1854 – 1860  als  dreischiffige  Basilika  im  neuromanischen  Stil  aus Sandstein  erbaut.  Diese Kirche,  größtes  Bauwerk  im Zentrum Schifferstadts, ist ein typisches Beispiel der frühen Schaffensperiode des Architekten August von Voit.

     

 

Die  Katholische  Pfarrkirche  St. Laurentius (Jägerstraße 14)  wurde 1928 – 1929 im Zuge der Erweiterung Schifferstadts  nach  Süden  erbaut.  Der  geometrisch  bestimmte  Bau  mit  dem  spitzen Turm und dem den Innenraum  dominierenden  spitzbogigen,  hölzernen  Tonnengewölbe  ist  ein  Werk  des  Architekten Albert Bosslet.

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Im   ehemaligen  Klein-Schifferstadt  wurde  erstmals  1501  am  Standort  der  Protestantischen  Pfarrkirche (Martin-Luther-Kirche, Langgasse 56)  eine  Kirche  erwähnt. Die heutige kleindimensionierte, flachgedeckte Kirche wurde um 1660 erbaut.

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Eine weitere Protestantische Pfarrkirche (Gustav-Adolf-Kirche, Lillengasse 99) mit einem einfachen hausartigen Bau und einem freistehenden Turm wurde 1953/1954 erbaut.

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Im Osten des Ortes steht an der Straßengabelung Mannheimer Straße/Große Gartenstraße eine Katholische Kapelle, eine ehemalige Flurkapelle aus dem Jahre 1837.

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Rückblick

         historische Fakten auf einen Blick

868 Ersterwähnung von „Sciffestadt“ in einer Urkunde König Ludwigs des Deutschen (Enkel Karls des Großen)

977

In der „Gründungsnotiz“ des Klosters St. Lambrecht werden umfangreiche Einkünfte aus „Skefestadt“ vermerkt
983

Waldschenkung Herzogs Ottos an die Bewohner Schifferstadts

1035 Salisierkaiser Konrad II. schenkt dem Kloster Limburgs Besitz in „Schiverstadt“, dessen Bewohner nun dem „Limburger Hofrecht“ unterstellt sind
1065 König Heinrich IV. übereignet das Kloster Limburg dem Bischof von Speyer
1101 Erstmals wird in der Kirche in Schifferstadt genannt, 1255 erstmals Jakobus als Patron der Pfarrkirche genannt
um 1160 Nennung von „Galterus de Schifferstat“, erster Beleg für die Schifferstadter Ritter
1255 Urkundlicher Erstbeleg Klein-Schifferstadts, dessen Ortsherr bis 1574 das Kloster Limburgs ist
um 1300 Bau einer Mühle am Rehbach
15. Jh. In Schifferstadt wird Gemüsebau betrieben, Kohl (Kappes) wird bis auf die Hardenburg geliefert
1558 Errichtung des „Alten Rathauses“
1616-1621 Neubau der Kirche St. Jakobus
1618-1648 Dreißigjähriger Krieg
1621 Schifferstadt wird von marodierender Soldateska ausgeplündert
1636 Einer Hungersnot fallen viele Einwohner zum Opfer
1650 erste Angaben über eine Schule in Schifferstadt
um 1660 Errichtung des Kirchleins in der Langgasse
1662 Erste Erwähnung jüdischer Einwohner
1666 Die Pest wütet in Schifferstadt, im selben Jahr werden Kirche und Dorf geplündert
1883 Kirchliche Klage, dass durch das Rupfen des Gemüses und das Besuchen der Märkte der Sonntag entheiligt werde
1689 Schifferstadt wird durch kriegerische Ereignisse fast völlig entvölkert
1709 Vereinigung des bis dahin kurpfälzischen Klein-Schifferstadt mit dem Hochstift Speyer gehörenden Groß-Schifferstadt
1718 Bau des ältesten bekannten Schulhauses
um 1736 In Maryland wird von nach Amerika ausgewanderten Schifferstadtern die kleine Siedlung „Schiefferstadt“ (heute ein Teil der Stadt Frederick) gegründet
1792-1797 Schifferstadt wird in die Kriege um die Französische Revolution verwickelt, mehrmals wechselndem Fronten
1793 Errichtung eines Freiheitsbaumes durch französische Soldaten
1797 Mit dem Frieden von Campo Formio wird Schifferstadt als Teil der Pfalz der Französischen Republik ausgegliedert
1816 Schifferstadt wird Teil des Königreiches Bayern
1832 Im Umfeld des Hambacher Festes gibt es „Tumultartige Umzüge“ und „Die Freiheit soll leben“ Rufe in Schifferstadt
1835 Fund des „Goldenen Hutes“
1847 Anschluss an die Pfälzische Ludwigsbahn
1848 Errichtung einer Postexpedition in Schifferstadt
1848/49 Revolutionäre Aktivitäten in Schifferstadt
1854 Gründung des Männergesangsvereins 1854, des nachweislich ältesten Schifferstadter Vereins
1856 Offizielle Gründung einer jüdischen Kultusgemeinde
1860 Konsekration der erweiterten und umgebauten Kirche St. Jakobus
1870/71 Deutsch-Französischer Krieg und Gründung des Deutschen Reiches
1876 ein Wildhüter wird von einem berüchtigten Wilderer ermordet
1878 erste sozialdemokratische Veranstaltung in Schifferstadt
1879 Einrichtung einer Postkutschenlinie nach Bad Dürkheim
1888 Einweihung der Mennonitenkirche auf dem Kohlhof
1892 Einweihung der Synagoge in der Bahnhofstraße
1896 Zusammenschluss der Schwerathleten im Freien Sportclub
1897 Errichtung der ersten Apotheke
1898 Mit dem „Schifferstadter Anzeiger“ wird erstmals eine Zeitung im Ort verlegt
1901 Schifferstadt wird an das Telefonnetz angeschlossen
1914-18 Erster Weltkrieg
1921 Errichtung einer selbstständigen protestantischen Pfarrei
1923/24 Schifferstadt spielt innerhalb der separatistischen Bewegung Autonome Pfalz eine wichtige Rolle
1926 Gründung der Neuapostolischen Kirchengemeinde
1928 Weihe der Kirche St. Laurentius
1930 Verlust der zu einer eigenständischen Gemeinde erhobenen Ortsteile Limburgerhof und Kohlhof
1933 Die Nationalsozialisten kommen auch in Schifferstadt an die Macht
1938 Die Synagoge in der Bahnhofstraße wird geschändet und zerstört
1939-45 Zweiter Weltkrieg
1949 Etwa 2500 Heimatvertriebene und Flüchtling werden bis in die 50er Jahre zu Schifferstadt Neubürgern
1950 Stadterhebung Schifferstadts

Quelle: Schifferstadt Aktuell, Okt.2003

Chronologie besonderer Ereignisse im 20. Jahrhundert

 

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